
Auf der Festversammlung des diesjährigen Niedersachsentages in Cloppenburg, am 5. Mai 2012, von 11:00 bis 13:00 Uhr, übergab der Präsident des Niedersächsischen Heimatbundes Prof. Dr. Hansjörg Küster dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister die ROTE MAPPE 2012 des NHB. Schwerpunkte der ROTEN MAPPE sind die Ausrichtung der Agrarpolitik und die Energiewende mit ihren Auswirkungen auf die heimische Natur und Landschaft sowie der Umgang der Öffentlichen Hand mit ihren eigenen Denkmalen.
Die ROTE MAPPE ist der alljährlich erscheinende Jahresbericht zur Heimatpflege, in dem sich der NHB mit Anregungen, Lob und Kritik zu grundsätzlichen Problemen und Einzelfällen aus allen Teilbereichen der Heimatpflege an die Landesregierung aber auch an die kommunalen Gebietskörperschaften wendet. Die nunmehr 53. ROTE MAPPE umfasst auf 44 Seiten 26 Beiträge zum Natur- und Umweltschutz, zehn Beiträge zur Denkmalpflege, drei Beiträge zur Regionalgeschichte und -kultur in Schulen, Museen und Einrichtungen sowie zwei Beiträge zu Niederdeutsch und Saterfriesisch.
Die Landesregierung hat sich im Vorfeld des Niedersachsentages intensiv mit den angesprochenen Fällen befasst und in der WEISSEN MAPPE umfassend zu den Anregungen, Fragen und Forderungen des NHB Stellung bezogen.
Um den Lesern der ROTEN MAPPE den Zugang zu erleichtern,wurde jedem größeren Beitrag ein kurzes, kursiv gesetztes, einführendes und zusammenfassendes Claim vorangestellt. Wenn Sie neben den Beiträgen von landesweiter Bedeutung Beiträge mit Regionalbezug suchen, helfen Ihnen die Überschriften. Ganz besonders möchten wir auf die Beiträge zu den diesjährigen Schwerpunkten im Natur- und Umweltschutz sowie in der Denkmalpflege hinweisen:
Die Beiträge 201/12 bis 204/12 befassen sich mit der Energiewende und ihren Auswirkungen auf die heimische Natur und Landschaft. Der NHB begrüßt den Ausstieg aus der Kernenergienutzung und den Ausbau der erneuerbaren Energiegewinnung (201/12). Wie an mehreren Fallbeispielen verdeutlich wird, müssen allerdings beim Bau von neuen Hochspannungsleitungen (202/12), Windkraftanlagen (203/12) und Wasserkraftwerken (204/12) bestimmte Beschränkungen beachtet werden, um den Ausbau auch im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzes nachhaltig zu gestalten.
In den Beiträgen 205/12 bis 208/12 geht es um die Entwicklung der Landwirtschaft. Der NHB befürchtet, dass das Land die Chancen zur Neuausrichtung durch die neue EU-Förderperiode, weg von der agrarindustriellen Massenproduktion und hin zu einer Natur, Landschaft und Ressourcen schonender Landwirtschaft, nicht wahrnimmt (205/12). An dem dramatischen Rückgang von Grünland (206/12) sowie von Saumbiotopen und Kleinstrukturen (207/12) werden die negativen Auswirkungen der steten Intensivierung in der landwirtschaftlichen Produktion sichtbar.
Der Beitrag 302/12 geht der Frage nach, inwiefern die öffentliche Hand ihrer besonderen Pflicht zur Erhaltung ihrer eigenen Denkmale nachkommt. Es wurden zahlreiche Einzelfälle geprüft, mit ganz unterschiedlichem Ergebnis. In vielen Fällen ist die Denkmalpflege der öffentlichen Hand tatsächlich vorbildlich, in nicht wenigen Fällen ist sie das aber nicht. So setzt sich der NHB weiterhin für die Erhaltung des Plenarsaaltraktes des Landtages ein.
Hinweisen möchten wir auch auf die Beiträge 501/12 und 502/12. Hier gehen wir auf die sehr positiven Entwicklungen in der Förderung des Niederdeutschen und Saterfriesischen durch das Land ein. Viele der vom NHB in den letzten Jahren vorgetragenen Anregungen befinden sich mittlerweile in der Umsetzung.
Detaillierte Hintergründe zu den einzelnen Themen finden Sie in den ausführlichen Beiträgen der ROTEN MAPPE (PDF-Datei, 2.331 kB) selbst, die Antworten der Landesregierung unter derselben Nummer in der WEISSEN MAPPE (PDF-Datei, 376 kB), die beide zum Download zur Verfügung stehen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ronald Olomski
Kom. Geschäftsführer
Niedersächsischer Heimatbund e.V.
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